Unfall – Was ist zu tun?

Wir unterstützen Sie gern nach einem Unfall. Hier finden Sie einige Tipps und Anregungen.

Für alle Fälle: der Unfallpass
Hier herunterladen, ausdrucken und ins Fahrzeug legen!

In Berlin kracht es häufig. Beispielsweise verzeichnete die Verkehrsunfallbilanz im Jahr 2015 ca. 137.713 Unfälle und übertraf damit das Vorjahresniveau - der seit 2008 bestehende Aufwärtstrend hält also weiter an. Mit 75,85 % sind PKW die mit Abstand größte Gruppe der Unfallbeteiligten (Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidenten in Berlin, Verkehrssicherheitsbilanz 2015).

Jeder sollte sich daher gelegentlich fragen:

Weiß ich, was bei einem Unfall zu tun ist?
Kann ich mir selbst und anderen in einer solchen Notsituation helfen?

Gut vorbereitet können auch Sie zu einer schnellen, umfassenden und reibungslosen Abwicklung nach einem Verkehrsunfall beitragen.

Woran Sie unbedingt denken sollten, wenn Sie in einem Verkehrsunfall verwickelt wurden:

1. Ruhe bewahren und anhalten

Sie können sich selbst und andere am wirksamsten helfen, wenn Sie nach dem Unfall Ruhe bewahren. Halten Sie unverzüglich an der nächstmöglichen Stelle an.

2. Unfallstelle absichern

Schalten Sie sofort Ihre Warnblinkanlage ein. Damit warnen Sie den nachfolgenden Verkehr. Sichern Sie die Unfallstelle, in dem Sie das Warndreieck aufstellen. Die Entfernung zum Fahrzeug muss außerhalb geschlossener Ortschaften und auf Autobahnen ca. 100 m vor der Unfallstelle betragen.

3. Leisten Sie Erste Hilfe

Versorgen Sie nach Absicherung der Unfallstelle die Verletzten. Handeln Sie im Rahmen Ihrer Kenntnisse und Möglichkeiten. Bringen Sie die Verletzten aus dem Gefahrenbereich. Bedenken Sie: Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar (§ 323 c StGB).

4. Unfall melden

Gab es bei dem Unfall Verletzte, dann alarmieren Sie die Feuerwehr unter dem Notruf 112 oder bitten Sie andere, diese Unfallmeldung sofort vorzunehmen.

Folgende Daten sind zu übermitteln:

  • Wer meldet? (Name und Standort)
  • Wo ist es passiert? (Genauer Unfallort)
  • Was ist passiert? (Unfall mit oder ohne Personenschaden, eventuell Verletzungsart)

Bitte warten Sie die Fragen ab!

Nicht bei jedem Unfall muss die Polizei alarmiert werden, aber sofern nur ein Beteiligter dies wünscht, muss der Unfall polizeilich aufgenommen werden. Melden Sie den Unfall bei der Polizei unter der Notrufnummer 110 immer dann,

  • wenn Personen verletzt wurden,
  • wenn Sie einen vorgetäuschten Unfall vermuten,
  • wenn Sie den Verdacht haben, dass beim Unfallgegner Alkohol oder Drogen im Spiel sind,
  • wenn der Unfallhergang streitig oder unklar ist.

5. Spuren sichern und Fahrbahn räumen

Sollte der Unfall nur geringfügige Schäden verursacht haben, z. B. Blechschäden, dann ist die Fahrbahn unverzüglich zu räumen.

Zuvor sollten Sie die Spuren sichern:

Markieren Sie möglichst die Fahrzeugstellung ggf. mit Kreide oder fotografieren Sie die Unfallstelle mit der Fahrzeugstellung. Achten Sie auch auf Bremsspuren, Flüssigkeitsaustritte usw., fertigen Sie eine Skizze zum Unfallhergang an. Beseitigen Sie keine Unfallspuren an der Unfallstelle!

Fahren Sie Ihr Fahrzeug beiseite.

6. Waren Sie an einem Unfall beteiligt?

Wenn Sie an einem Unfall beteiligt waren, müssen Sie so lange an der Unfallstelle bleiben, bis die Angaben zu Ihrer Person, zu Ihrem Fahrzeug und der Art Ihrer Beteiligung von den anderen Unfallbeteiligten oder der Polizei aufgenommen sind.
Das Zurücklassen eines Hinweiszettels (z. B. an der Windschutzscheibe des beschädigten Fahrzeuges) ist nicht ausreichend.

Unfallflucht ist strafbar (§142 StGB).

Sie sollten sich folgende Angaben notieren:

  • Datum, Uhrzeit
  • Ort des Unfalles
  • Name und Vorname des Fahrers
  • Anschrift
  • Telefon
  • Fahrzeugkennzeichen
  • Versicherung
  • Halter des Fahrzeugs
  • Zeugen

Die Polizei empfiehlt die Verwendung von Unfallprotokollen, die von Versicherungen und Automobilclubs zur Verfügung gestellt werden. Bei der polizeilichen Unfallaufnahme erhalten Sie ein Aktenzeichen, welches bei Rückfragen und Auskunftsersuchen immer anzugeben ist.

Ist der Haftpflichtversicherer des Schädigers nicht bekannt, so können Sie diesen beim Zentralruf der Autoversicherer (erreichbar rund um die Uhr) erfragen:

Tel.: 0800 2502600
E-Mail: anfrage@zentralruf.de

Folgende Angaben werden benötigt:

  • Ihre eigene Anschrift
  • das Kennzeichen des gegnerischen Fahrzeugs
  • das Unfalldatum

Weitere Hinweise

Kfz-Gutachten
Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall haben Sie Anspruch auf einen Kfz-Gutachter Ihrer Wahl. Die Kosten für den beauftragten Kfz-Sachverständigen gehören zum Schaden und können entsprechend bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend gemacht werden, es sei denn, der Schaden am Fahrzeug ist für einen Laien als Bagatellschaden erkennbar.

Für den geschädigten Autofahrer ist ein qualifiziertes Unfallgutachten zur Feststellung der Schadenhöhe meist unabdingbar, um die Ansprüche gegenüber der regulierungspflichtigen Versicherung geltend machen zu können. Denken Sie bei der Abrechnung an die Ihnen gegebenenfalls zustehende merkantile Wertminderung, die in qualifizierten Gutachten angegeben wird.

Bestehen Sie daher auf die Beauftragung eines qualifizierten unabhängigen Kfz-Sachverständigen, der die Schäden zur Beweissicherung begutachtet.

Versicherungen sind grundsätzlich nicht berechtigt, im Haftpflichtschaden einen qualifizierten Sachverständigen abzulehnen. Auch Aussagen, dass der Sachverständige entbehrlich sei, gilt nach ständiger Rechtsprechung nur für Bagatellschäden. Lassen Sie sich daher nicht auf Kostenvoranschläge oder versicherungseigene Gutachter ein.

Rechtsanwalt
Beauftragen Sie möglichst frühzeitig einen Rechtsanwalt, der in der Kfz-Schadensregulierung erfahren ist. Der Rechtsanwalt Ihres Vertrauens vertritt Ihre Interessen gegenüber dem Schädiger und dessen Versicherung.

 

Wir wünschen Ihnen allzeit eine gute und unfallfreie Fahrt!
Im Schadensfall können Sie auf unsere Unterstützung vertrauen:
Tel.: 030-2040786

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